San Francisco war für uns übernachtungstechnisch weniger herausfordernd als Los Angeles. Wir hatten das große Glück, dass wir auf unserer Reise in die Antarktis (Antarktis Reisebericht) ein sehr nettes Ehepaar aus der Bay Area kennengelernt haben, das uns zu sich einlud. Unser Abstecher in die Großstadt fiel dennoch kurz aus, viel zu hektisch, viel zu viele Touristen und ein Verkehrsaufkommen, dass wir so seit Reisebeginn nicht mehr erlebt haben. Wir drehten eine kurze Runde zu einigen Sehenswürdigkeiten, überquerten mit Dulli die wirklich tolle Golden Gate Bridge und genossen die Ausblicke auf die Stadt und die Bucht. Im deutlich beschaulicheren Pleasant Hill ging es zum Glück ruhiger zu und wir wurden herzlich empfangen von Christine und Dave mit einem herrlichen Abendessen und einem wunderschönen Gästezimmer.

Karte Bay Area

Die beiden haben uns so richtig verwöhnt und hatten bereits eine Weintour ins Napa Valley mit Chauffeur, zwei Weinproben und einem Lunch organisiert. Wir wurden morgens zuhause abgeholt und auf der rund einstündigen Fahrt hatte Christine schon das erste Gläschen Champagner für uns bereit. Danach probierten wir uns durch die außergewöhnlich guten Weine des Napa Valley und waren von der Qualität der Weine aber vor allem von dem exklusiven Ambiente begeistert. So viel Luxus waren wir gar nicht mehr gewohnt. Selten haben wir so viel Wein an einem einzigen Tag getrunken und wir waren alle so übermütig, dass wir anschließend den „Polar Plunge“ aus der Antarktis wiederholten und in den wirklich noch recht frischen Pool der beiden sprangen. Den warmen Hot Tub im Anschluss gab es zum Glück ebenfalls. Die Zeit mit den beiden war einfach nur traumhaft. Wir haben das tolle Zuhause und dass wir uns zur Abwechslung mal um nichts kümmern mussten in vollen Zügen genossen. Wir sind noch immer überwältigt, wie herzlich wir empfangen wurden und wie großzügig die beiden waren. Hoffentlich können wir uns eines Tages revanchieren.

Seit langem nahmen wir nun mal wieder wieder Abschied vom Meer und machten uns auf den Weg in die Berge. Eine ganze Weile fuhren wir noch durch Felder mit Weinreben, Erdbeeren und Co und es wurde immer wärmer. Plötzlich säumten aber dichte Wälder den Straßenrand und es ging hinauf in richtig alpine Landschaften. Am Lake Tahoe angekommen schneite es sogar ein wenig, was den Ausblick auf den glasklaren See aber noch atemberaubender machte. Auch hier haben wir zum Glück Freunde, bei denen wir nächtigen konnten. Brook und Nate mit ihrem kleinen Sohn Myles haben wir in La Ventana, Mexiko beim Kitesurfen kennengelernt und die beiden haben uns netterweise ebenfalls zu sich eingeladen. Wieder gab es ein gemütliches Gästezimmer und ein eigenes Bad, was für ein Luxus. Während die beiden arbeiten mussten, brachen wir zu einer ersten Erkundungstour rund um den See auf. Die Ausblicke auf das teilweise türkisblaue Wasser, die Wälder und die Sandstrände, Wasserfälle und der alpine Charme der kleinen Ortschaften haben uns fast die Sprache verschlagen. Was für eine wunderschöne Gegend! Wenn es bloß nicht noch so frisch gewesen wäre, wären wir am liebsten sofort ins Wasser gesprungen.

Während der nächsten Tage unternahmen wir mehrere kleine Wanderungen gemeinsam mit Brook und zum Teil sogar dem kleinen Myles und die beiden zeigten uns noch etwas mehr von der Gegend. Wir hielten immer fleißig Ausschau nach einem der vielen hier beheimateten Schwarzbären, konnten aber leider keinen entdecken. Bei einem Besuch des örtlichen Wildlife Centers, in dem gerettete Tiere aufgepäppelt werden, durften wir an einem Tag aber zumindest einen Bald Eagle (Weißkopfseeadler) besuchen, dem ein Flügel amputiert werden musste. Zu dieser Ehre gelangten wir nur, da das Krankenhaus, in dem unsere Freundin Brook arbeitet, regelmäßig abgelaufenen Medizinbedarf an das Wildlife Center spendet. Das Nationaltier der USA aus nächster Nähe zu bewundern war für uns sehr beeindruckend.

An den Abenden kochten wir entweder gemeinsam mit Brook und Nate oder gingen aus, um kalifornisches Craft-Bier zu testen und etwas typisch amerikanisches zu essen. Wir verbrachten fast eine ganze Woche mit der Familie und genossen die Zeit sehr. Obwohl wir uns vorher nur ein paar Tage in Mexiko gesehen hatten, stimmte die Chemie einfach und wir hatten eine unglaublich entspannte Zeit miteinander. Am letzten Tag fuhren wir gemeinsam nach El Dorado, um ein weiteres Mal kalifornischen Wein zu verkosten. Dieses Mal ging es im Vergleich zu Napa deutlich rustikaler zu, aber wir hatten eine Menge Spaß und haben den Tag und die Weine sehr genossen. Die gemeinsame Zeit mit einem Picknick in der Sonne und einer Flasche Wein abzuschließen war jedenfalls eine herrliche Idee. Zum Glück kommen die drei voraussichtlich bereits im September nach Hamburg, so dass wir uns schon bald für die tolle Zeit am Lake Tahoe revanchieren können.

 

Schweren Herzens verabschiedeten wir uns schließlich und machten uns auf den Weg in Richtung Yosemite Nationalpark. Die direkte Route über einen Pass war leider noch gesperrt und so schaukelten wir mit Dulli zunächst wieder hinab ins Tal und dann abermals hoch in die Berge. Als wir am späten Nachmittag endlich den Park erreichten, wollten wir nur noch einen Schlafplatz finden und unser Abendessen kochen. Die Campingplätze im Park sind in der Regel Monate im Voraus ausgebucht und so waren wir darauf vorbereitet, als die netten Ranger uns sagten, dass alle Plätze belegt sind. Worauf wir nicht vorbereitet waren, war, dass sie uns anboten an einer kleinen Forststraße vor dem Park wild zu campen. Bei den vielen Regularien in Kalifornien haben wir damit wirklich nicht gerechnet. Der Platz war herrlich mitten im Wald gelegen, schön ruhig und sogar ein paar Rehe kamen abends vorbei.

Am nächsten Tag ging es dann aber in den Park und direkt ins berühmte Yosemite Valley. Die Wasserfälle sind zu dieser Jahreszeit aufgrund der Schneeschmelze besonders eindrucksvoll und wir bewunderten die Wassermassen, die sich an den fast senkrechten Granitwänden in die Tiefe stürzen. El Capitan und der Half Dome, die 1.000 bzw. 1.500 m in die Höhe ragen, sind wohl die beeindruckendsten Felsen, die wir je gesehen haben. Beim Park Ranger direkt an den Campingplätzen fragten wir nun noch einmal nach einem freien Campingplatz und konnten unser Glück kaum fassen, als wir aus fünf freien Plätzen einen wählen durften. Es gibt immer wieder Gäste, die kurzfristig absagen und so konnten wir doch noch zwei Nächte direkt im Park nächtigen.

Am Abend unternahmen wir eine erste kleine Wanderung, immer auf der Suche nach einem Schwarzbären und sahen zunächst keinen Bären, dafür aber jede Menge andere Touristen. Der Park war trotz der noch herrschenden Nebensaison und außerhalb des Wochenendes ziemlich voll und die Atmosphäre erinnerte vielerorts eher an den Hamburger Stadtpark im Hochsommer als an einen Nationalpark. Die Natur war aber atemberaubend schön und ganz am Ende, kurz vor unserem Campingplatz erblickten wir ihn dann: unseren ersten Bären. Ein Bärenjunges kletterte ganz entspannt am Wegesrand über das Gehölz und uns wurde klar, warum wir so oft darauf hingewiesen wurden, sämtliches Essen ausschließlich in den dafür vorgesehenen bärensicheren Containern zu lagern. Die Tiere sind so schlau, dass sie Nahrungsmittel nicht nur aus großer Distanz riechen können, sie können auch mühelos Autotüren aufbrechen und wissen genau wie ein Kühlschrank aussieht. Dieser Bär führte aber zum Glück nichts weiter im Schilde als friedlich an Baumstämmen herumzunagen.

Am nächsten Morgen standen wir früh auf, um den Menschenmassen zu entkommen und wanderten zum Vernal Fall hinauf. Der Wanderweg ist komplett asphaltiert, was wir etwas befremdlich fanden, die Ausblicke auf die umliegenden Steilwände und den reißenden Fluß sind aber gigantisch. Völlig durchnässt von dem spritzenden Wasserfall kamen wir oben an, noch bevor der große Ansturm des Tages losging. Auf dem Rückweg hatten wir dann abermals Glück und erspähten einen weiteren Bären. Dieses Mal konnten wir das Tier bestimmt eine halbe Stunde beobachten, sogar während er ganz entspannt in einem kleinen Teich badete.

Zum Abschluss unserer Zeit im Park fuhren wir noch auf den Glacier Point, einen Aussichtspunkt auf 2.200 m Höhe, von dem aus man das gesamte Yosemite Valley und den mächtigen Half Dome überblicken kann. Eine tolle Aussicht auf dieses sagenhafte Fleckchen Erde und ein schöner Abschied vom Nationalpark.


Unterkünfte:

Ort: Pleasant Hill
Art: privat
Preis: –
Annehmlichkeiten: –
Sonstiges: –
Koordinaten: –

Ort: Lake Tahoe
Art: privat
Preis: –
Annehmlichkeiten: –
Sonstiges: –
Koordinaten: –

Ort: vor dem Yosemite Nationalparks
Art: freies Camping
Preis: kostenlos
Annehmlichkeiten: keine
Sonstiges: ruhiger Platz im Wald, direkt vor dem Eingang zum Nationalpark
Koordinaten: 37.81083, -119.8958

Ort: Yosemite Nationalpark
Art: Campingplatz
Preis: 26 USD
Annehmlichkeiten: Toiletten, Trinkwasser, warme Duschen im Half Dome Village in 1 km Entfernung
Sonstiges: einer der zu reservierenden Plätze im Park, es gibt aber immer mal kurzfristige Verfügbarkeiten
Koordinaten: 37.74216,-119.5655

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