Salta war, wie die meisten Städte auf unserer Reise, für uns vor allem ein Versorgungsstopp. Nachdem wir aber alles erledigt hatten, nahmen wir uns noch einen Tag Zeit, um die Stadt zu besichtigen, die immerhin „la linda“ („die Schöne“) genannt wird. Das Stadtzentrum ist in der Tat sehr hübsch mit vielen Kolonialbauten und unzähligen Orangenbäumen, die die Straßen und Plätze säumen. Mit einer Seilbahn fuhren wir auf den Hausberg und genossen die Aussicht auf die Stadt und die umgebenden Berge. Nach einem Lunch in einem stylischen Restaurant, das so auch irgendwo in Europa hätte sein können, war es aber wieder genug des Trubels und wir brachen auf in Richtung Quebrada de Humahuaca.

Karte

Diese Schlucht nördlich von Salta ist für ihre bunten Felsformationen berühmt. Und auch wenn wir in den letzten Wochen bereits unzählige bunte Gesteinsformationen gesehen haben, hat uns der Cerro de los Siete Colores wiederum begeistert.

Über den Paso de Jama ging es dann schließlich wieder nach Chile und nach nunmehr sieben Monaten, die wir zwar mit längeren Unterbrechungen aber immer mal wieder in Argentinien verbracht haben, sagten wir dem Land schließlich endgültig „adios“. Die Größe und die Vielfalt des Landes hat uns schlicht umgehauen. Von der hektischen Metropole Buenos Aires zu den Iguazú Wasserfällen im Nordosten, nach Ushuaia ganz im Süden bis in den andinen Nordwesten hatten wir immer wieder unglaubliche Erlebnisse. Sollten wir einen Favoriten aus all diesen Landesteilen wählen, wäre das wahrscheinlich die Andenregion im Nordwesten, die uns mit der einzigartigen Landschaft, Weite und der Einsamkeit am meisten begeistert hat.

Die Atacama Wüste war für uns in jeder Hinsicht ein Highlight. Das beständige, heiße Wetter in dieser trockensten Wüste der Welt in Kombination mit den kalten, aber nicht zu eisigen Nächten, die wunderschöne Natur mit vielen Wildcamping-Spots und San Pedro de Atacama als touristisches Städtchen mit guter Infrastruktur und Hippie-Flair. Hier haben wir Marleen und Herke aus Holland kennengelernt, uns auf Anhieb spitze verstanden und haben in den folgenden Tagen die Wüste gemeinsam erkundet. Wir sind mit den beiden und deren ebenfalls mit Allrad ausgerüstetem Nissan Pathfinder durch das Valle de las Muertes und das Valle de La Luna gefahren. Weicher Sand konnte beide Autos nicht aufhalten und wir hatten viel Spaß bei diesem kleinen Abenteuer, ließen Luft aus den Reifen und bezwangen die Sandpiste. Die Landschaften in den beiden Tälern waren wieder einmal atemberaubend und der Campingspot im Anschluss mitten in der Wüste mit einem der klarsten Sternenhimmel bisher und einem langen Abend am Lagerfeuer tat sein übriges.

Am folgenden Tag schwebten wir in einer salzhaltigen Lagune. Wir alle genossen das schwerelose Gefühl im Wasser und waren hiervon völlig überrascht und begeistert. Erfrischt und tiefenentspannt brachen wir zu einem der nächsten touristischen Highlights der Wüste auf, den Tatio Geysiren. Wir übernachteten wiederum in der Wildnis auf dem Weg zu den Geysiren und stellten unsere Wecker auf 4 Uhr morgens. Das Aufstehen in der eiskalten Dunkelheit war zwar zugegebenermaßen eine Herausforderung, hat sich aber gelohnt.

Die Geysire sind durch den Wasserdampf in der morgendlichen Kälte am eindrucksvollsten und wir schafften es sogar vor den vielen Tour-Bussen aus San Pedro auf 4.300 m Höhe anzukommen. Wir froren bei -10 Grad bis die Sonne schließlich aufging, aber ein warmer Coca-Tee (soll gegen Höhenkrankheit wirken und natürlich wärmen…) schaffte Linderung. Die Höhe machte uns insgesamt nach den Wochen, die wir mehr oder weniger durchgehend in Höhen von 2.500 m und mehr verbracht haben allerdings insgesamt wenig aus. Es ist schon erstaunlich wie sich der Körper an diese ungewohnte Umgebung gewöhnen kann.

Wir entspannten noch einige Tage in San Pedro bevor es nun weitergeht auf die bolivianische Lagunenroute und ließen uns von unseren neuen Freunden mit echten, holländischen Pfannkuchen verwöhnen, shoppten noch mal einen großen chilenischen Supermarkt leer, der Schwarzbrot und Co führt und errichteten gemeinsam ein Wüsten-Fitnessstudio…

Das alles war ein würdiger Abschluss für Chile, denn auch dieses Land werden wir nun hinter uns lassen. Chile ist unser Favorit bisher, dieses schmale, unglaublich lange Land, welches uns von Eis bis Wüste so ziemlich alles an Natur beschert hat was wir uns erträumen konnten. Vor allem aber hatten wir immer wieder unglaublich nette Begegnungen und haben mit Marion und Jörg sogar neue Freunde auf Chiloé gefunden (Chiloé – Unverhofftes Paradies in Chile). Die Menschen die wir unterwegs treffen sind letztlich immer das Tüpfelchen auf dem i und wir erleben Momente, die wir nicht erwarten können und die nicht selbstverständlich sind. Wir werden hoffentlich irgendwann nach Chile zurückkehren!


Unterkünfte

Ort: Salta
Art: Campingplatz
Preis: 90 ARS
Annehmlichkeiten: warme Duschen, WLAN
Sonstiges: grosser, staatlicher Platz, einfache und nicht sehr saubere Waschhäuser, unruhig in der Nacht, einer der schlechtesten Plätze unserer Reise aber in Salta leider alternativlos
Koordinaten: -24.81324, -65.41969

Ort: Caldera
Art: Campingplatz
Preis: 100 ARS
Annehmlichkeiten: kalte Duschen, saubere Waschhäuser
Sonstiges: netter Besitzer
Koordinaten: -24.59479, -65.37312

Ort: Purmamarca
Art: Camping vor einem Hostel
Preis: 200 ARS
Annehmlichkeiten: warme Duschen, WLAN, Grills
Sonstiges: entspannter Platz zum Camping in einem entspannten, kleinen Ort Koordinaten: -23.74770, -65.49937

Ort: Susques
Art: Camping vor einem Hotel
Preis: kostenlos
Annehmlichkeiten: saubere Toiletten, Restaurant, schnelles WLAN
Sonstiges: guter letzter Halt in Argentinien, um die restlichen argentinischen Pesos auszugeben, auf 3.700 m, nachts sehr kalt
Koordinaten: -23.41114, -66.37382

Ort: San Pedro de Atacama
Art: Camping vor einem Hostel
Preis: 16.000 CLP
Annehmlichkeiten: warme Duschen, saubere Waschräume, WLAN, Küche zur Gemeinschaftsnutzung, Kletterwand, Tische und Bänke
Sonstiges: entspanntes Hostel, die Fußgängerzone kann in 5 min zu Fuß erreicht werden Koordinaten: -22.91143, -68.20660

Ort: Atacama Wüste
Art: freies Camping
Preis: kostenlos
Annehmlichkeiten: keine
Sonstiges: auf dem Weg zur Laguna Cejar, auf 2.500 m, sehr schöner, ruhiger Spot
Koordinaten: -23.02803, -68.20063

Ort: Atacama Wüste
Art: freies Camping
Preis: kostenlos
Annehmlichkeiten: keine
Sonstiges: auf dem Weg zu den Tatio Geysiren, auf 2.700 m, sehr schöner, ruhiger Spot
Koordinaten: -22.82308, -68.13295

Ort: Atacama Wüste
Art: freies Camping
Preis: kostenlos
Annehmlichkeiten: keine
Sonstiges: im Valle del Arcoiris, auf 3.300 m, sehr schöner, ruhiger, aber windiger Spot
Koordinaten: -22.62877, -68.25483

Ein Gedanke zu “Von Salta in die Atacamawüste

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