Es gab ein paar wirklich gute Entscheidungen in unserem Leben. Eine der besten davon war der Kauf unseres „Dulli“ vor gut vier Jahren. Eigentlich wollten wir nur gerne mal im Sommer nach Norwegen. Und das möglichst mit einem Camper. Meine Campingerfahrung reichte bis dahin nicht über das Zelten im Garten von Freunden hinaus (ist ein paar Jährchen her…). Malte war immerhin mal bei den Pfadfindern und somit schon etwas outdoorerprobter (auch das allerdings quasi verjährt). Trotzdem waren wir beide voller Enthusiasmus mit einem Camper mitten in die norwegische Natur einzutauchen, ohne auf Unterkünfte oder öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein. Schnell wurde allerdings klar, dass es ganz schön teuer ist so ein Mobil zu mieten. Und so begannen wir nach Defendern Ausschau zu halten, die fand Malte schon immer cool. Der Plan war, einen Sommer in einem alten, gebrauchten Landrover zu verbringen und ihn danach wieder zu verkaufen. Nun ja… Wer unsere aktuellen Abenteuer verfolgt, weiß, dass Dulli noch immer bei uns ist und uns nun quer durch Südamerika begleitet. Und so richtig alt und gebaucht war er dann beim Kauf damals letztlich auch nicht. Zu sehr klafften dann doch unsere Vorstellungen mit dem vorhandenen Angebot an Gebrauchten auseinander.

Der Sommer 2013 war fantastisch. Drei Wochen nur Sonne in Norwegen und wir mit Dulli mittendrin. Besser hätte unsere gemeinsame Zeit nicht beginnen können. Im Spätsommer folgte dann noch ein Trip nach Korsika und es war klar: diese Reiseart ist genau unser Ding. Noch nie in unserem Leben haben wir uns so frei gefühlt. Es war unbeschreiblich, einfach loszufahren und alles dabeizuhaben, überall einfach anhalten zu können und mitten in der Natur aufzuwachen. Obwohl wir uns das Camping in Europa zugegebenermaßen zum Teil etwas einfacher und romantischer vorgestellt haben und wir natürlich feststellen mussten wie dicht besiedelt Europa nun mal ist, tat das diesem Gefühl keinen Abbruch. Wenn man ein wenig sucht, findet man auch in unseren Breitengraden tolle „Wildcamping-Spots“ oder auch entspannte Campingplätze ohne Parzellen und Gartenzwerge.

Nicht nur unsere Urlaube, sondern auch unsere Wochenenden bekamen mit Dulli eine ganz neue Qualität. Wenn er freitags abfahrtbereit vor dem Büro parkte, war die Vorfreude schon groß. Und wenn wir dann abends die Füße in den Sand steckten, war das Büro sofort meilenweit entfernt. Durch unsere Ausstattung und Ausrüstung, die mit den Jahren immer professioneller und besser wurde, konnten wir bald nicht nur den kurzen norddeutschen Hochsommer campend verbringen, sondern auch die eine oder andere kühlere Nacht. Natürlich gibt es dabei auch immer wieder unbequeme und nervige Situationen. Nicht zuletzt jetzt, wo wir nun schon seit Monaten mehr oder weniger dauerhaft im Auto leben. Meistens kommen wir aber zu dem Schluss, dass das alles immer noch besser ist, als sich nicht raus zu wagen, nicht loszufahren, sondern nur zuhause zu sitzen und mal einen Pauschalurlaub zu buchen. Diese sind zwar risikolos und berechenbar, aber eben auch kein Abenteuer. Und wir lieben einfach die Momente, in denen wir an einzigartigen Orten unser Abendessen kochen, beim Aufwachen schon aufs Meer gucken oder wir selbst beim nächtlichen Toilettengang mit einem traumhaften Sternenhimmel belohnt werden. Dafür stiefeln wir dann im Zweifel auch mal durch den Matsch zur Toilette.

Laut vieler Medienberichte ist Camping wieder sehr auf dem Vormarsch (und dabei geht es hoffentlich nicht nur um Dauercamper mit Gartenzaun oder Camper, die drei Wochen auf immer demselben Platz verbringen). Die Unabhängigkeit, die ein Reisemobil unterwegs ermöglicht, ist einfach großartig und jedem sei ans Herz gelegt es mal zu probieren! Ob in Deutschland oder in der großen weiten Welt und in welcher Form auch immer, das ist letztlich egal. Wir hätten zum Beispiel keine große Lust zu zelten. Aber selbst hier in Südamerika sind viele Leute mit dem Zelt unterwegs und extrem glücklich. Aber ob es ein Zelt oder ein großer Camper ist, die Erlebnisse unterwegs sind am Ende für alle fast gleich. Für uns war die Entscheidung den Dulli zu kaufen jedenfalls lebensverändernd und ermöglicht uns gerade das Abenteuer unseres Lebens, aber das haben wir damals natürlich noch nicht geahnt…

Achja, es gab natürlich auch noch andere wirklich gute Entscheidungen in unserem Leben. Zum Beispiel unsere sehr bezahlbare Wohnung zu behalten und somit nicht mit den steigenden Gehältern auch die Fixkosten unnötig in die Höhe zu treiben. Oder einfach mal den Mut zu besitzen, die „sicheren“ Jobs aufzugeben und die Welt zu erkunden. Aber eins führt natürlich zum anderen und alles hängt stark miteinander zusammen. Über solche und ähnliche Themen werden wir demnächst auch hier in der Kategorie „Reisegedanken“ berichten.

 

2 Gedanken zu “Dulli’s Reisen – wie alles begann

  1. Im Moment erholt ihr euch ja, mehr oder weniger, auf dem Wasser und da kann man dann auch mal die vergangenen Zeiten Revue passieren lassen. Europa ist ja auch ganz toll und gut zu bereisen.
    Genießt die weitere Zeit, die noch vor euch liegt.

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  2. Hallo ihr beiden wenn man etwas erleben will soll muss man reisen, es ist einfach spannend die Welt zu bereisen. Das gute daran ist, man merkt sich nur die schönen Tage. Macht nur so weiter.

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